DAX - die Angst geht um!

Der Trend ist gebrochen. Ist Panik angebracht?

Fast alle Börsennachrichten des heutigen Tages beginnen mit folgender Schlagzeile: "Der Aufwärtstrend im DAX ist gebrochen!" Dazu kommt meist ein besorgtes Gesicht des jeweiligen Moderators. Fertig ist die Mischung, die den zusehenden bzw. zuhörenden Anlegern die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Ist das berechtigt?

DAX - Wochenchart log.

Ein wenig differenziert sollte man die aktuelle Situation wenigstens analysieren. Wenn vom "gebrochenen Aufwärtstrend" im DAX geredet wird, dann ist der Aufwärtstrend im logarithmischen Chart seit dem Tief im März 2003 - gezogen unter das Tief vom Juni und Juli 2006 - gemeint. Dieser verläuft im Augenblick bei ca. 7.670 Punkten. Aber schauen Sie sich den folgenden Chart einmal genauer an! Erinnern Sie sich an den Sommer 2006? Damals hieß es ebenfalls: "Oh Schreck, der Aufwärtstrend ist gebrochen. Man sollte schnell aussteigen oder seine Positionen absichern." Was ist anschließend passiert? Der DAX hat nur kurz korrigiert und hat einen neuen, flacheren Abwärtstrend gebildet - der heute nun wieder gebrochen wurde. Diesmal soll das wieder Unheil bedeuten. Warten wir das erst einmal ab.
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DAX - Tageschart log.

Im Tageschart ist der Trend aufgezoomt und damit besser zu erkennen. Das noch offene Gap vom 18. September 2007 liegt bei 7.575 Punkten und dient als nächstes Kursziel der laufenden Korrekturbewegung.
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DAX - Wochenchart linear

Betrachtet man sich den linearen Wochenchart seit dem Tief im März 2003, so fällt auf, dass dieser Aufwärtstrend noch vollständig gültig ist. Der DAX hat diesen steilen Trend sogar nach oben gebrochen und bewegt sich derzeit noch an der Trendoberkante. Die entscheidende Frage der nächsten Tage lautet nun: Handelt es sich bei der aktuellen Abwärtsbewegung um die Korrektur des jüngsten Aufwärtsimpulses oder ist diese Bestandteil einer zweiten Abwärtswelle. Letztere hätte ein theoretisches Kursziel von ca. 7.100 Punkten.
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DAX - Tageschart Gap

Im Tageschart ist die aktuelle Situation am besten zu analysieren. Die inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation hatte ihr Kursziel nach oben erreicht. Der Bereich des offenen Gaps bei 7.575 Punkten ist gleichzeitig eine wichtige, horizontale Unterstützungszone. Wird diese auf Schlusskursbasis signifikant unterschritten, trübt sich das technische Bild weiter ein.
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Fazit

Die Angst geht um. Viele Investoren sind derzeit regelrecht orientierungslos. Zum wiederholten Male im laufenden Bullenmarkt werden reihenweise Argumente angeführt, die für einen neuen Bärenmarkt oder eine ausgedehnte Korrektur sprechen sollen. Die eigentlichen - eher im Hintergrund wirkenden - Treiber des laufenden Bullenmarktes werden dabei übersehen. Wir werden weiter jede Schwächephase in den nächsten Tagen nutzen, um unser Cashquote abzubauen und gezielt neue Positionen aufzubauen.

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