Wieder eine böse Falle im DAX?


06.09.2005 - von Thomas Grüner
Der DAX hat wieder einmal eine Überraschung geschafft.

Kaum ein technischer Analyst hat in den letzten Tagen nicht auf die bedrohliche Schulter-Kopf-Schulter-Formation im DAX hingewiesen. Deutlich tiefere Kursziele machten die Runde. Die Warnungen vor Kursstürzen waren nicht mehr zu überhören. Ich habe dieses Phänomen bereits öfter beschrieben: Immer dann, wenn sich alle Kommentatoren "zu einig" sind, sollten Sie misstrauisch werden. Schauen Sie sich den Verlauf der letzten Tage im DAX an: Eine weitere Falle ist zugeschnappt.


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DAX-Tageschart

Die Schulter-Kopf-Schulter - als angebliche Wendeformation - wurde mit dem Bruch der Nackenlinie bestätigt. Ein Kursziel von 4675 Punkten wurde dadurch "aktiviert". Fast alle Marktbeobachter waren sich einig, jetzt kann der DAX eigentlich nur noch fallen. Viele Stopp-Loss-Aufträge wurden in diesem Bereich platziert. Der DAX hat jedoch die Nackenlinie postwendend zurück erobert und damit die Wendeformation negiert. Einer der obersten Grundsätze der technischen Analyse lautet: "Bearishe Fehlsignale sind umso bullisher zu bewerten." Das Chartbild hat sich nun zu einer bullishen Flagge gewandelt, die heute bereits nach oben aufgelöst wurde. Sollte dieser Ausbruch nachhaltig sein, würden sich deutlich höhere Kursziele ergeben.


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DAX-Stundenchart

Im Stundenchart erkennen wir, dass der DAX sein noch offenes Gap vom 22. August bei 4942 Punkten heute sauber geschlossen hat. Ein weiteres Gap wartet auf den DAX am bisherigen Mehrjahreshoch bei 4990 Punkten. Mit dem Bruch der 4900er-Marke wurde die Bullenflagge nach oben aufgelöst. Der aktuelle Aufwärtstrend - seit dem Tief bei 4726 Punkten am 29. August - ist jedoch viel zu steil, um lange Bestand zu haben. Ein Pullback auf den gebrochenen Abwärtstrend ist einzukalkulieren.


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Fazit

Wieder einmal waren sich fast alle Analysten einig. Die SKS im DAX wird den Aufwärtstrend beenden und eine größere Korrektur einleiten. Das Gegenteil dessen ist eingetreten: Wir stehen lediglich rund ein Prozent von einem neuen Mehrjahreshoch entfernt. Die innere Stärke beim DAX ist offensichtlich. Kurzfristig ist eine Korrektur wahrscheinlich.


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