Warum sieht das keiner?


23.09.2005 - von Thomas Grüner
Die Situation ist bedrohlich.

Der Euro steht offenbar unmittelbar vor einer weiteren Abwärtswelle. Diese dürfte bei knapp 1,26 USD bereits begonnen haben. Das Sentiment ist in diesen Tagen trotzdem weiterhin erstaunlich bullish für den Euro. Probleme werden mehrheitlich in den USA gesehen. Europäische Belastungsfaktoren werden eher "übersehen". Eine selektive Wahrnehmung hat sich breit gemacht. Es ist weiter eher angesagt, die angeblich so massiven Probleme der US-Wirtschaft zu beschreiben statt einmal vor der eigenen, europäischen Haustür zu suchen. Es gibt hierbei Einiges zu finden...


Was wird mit dem Euro passieren? Wird der US-Dollar einbrechen? Meine Antworten werden Sie überraschen! Unsere ausführlichen Prognosen bis Ende 2005 können Sie sich hier kostenlos anfordern (einfach anklicken)


EUR-USD Tageschart

Im Tageschart hat der Euro eine Bärenflagge ausgebildet. Diese wurde mit einem Gap Down nach unten gebrochen. Ein Pullback an die Unterkante ist bereits mit zwei negativ zu wertenden Tageskerzen erfolgt. In den Medien hat dieser Vorgang nur ein sehr geringes Echo gefunden. Ist das zu offensichtlich oder warum schreibt niemand darüber?


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EUR-USD Wochenchart


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EUR-USD Monatschart

Der Euro begann seinen Rückgang fast zeitgleich als sich der Zinsspread zu Gunsten des US-Dollars umgedreht hat. Viele technische Indikatoren haben sich im laufenden Monat weiter verschlechtert. Ein weiterer Rückgang des Euros ist auf Sicht der nächsten Monate wahrscheinlich. Die technische Mindestkorrektur liegt bei exakt 1,1588 USD.


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EUR-USD Zinsdifferenz ist maßgeblich

In meiner ausführlichen Jahresprognose (Sie können sich diese kostenlos unterhttp://www.gruener-vm.deanfordern.) haben wir den US-Dollar stärker gegenüber dem Euro gesehen. Unsere wichtigste Begründung war die zunehmende Zinsdifferenz zu Lasten des Euros. Vor allem die kurzfristigen Zinssätze - und die damit verbundenen "Carry Trades" - haben die "Richtung gewechselt". Es macht heute zunehmend Sinn, sich kurzfristig in Europa zu verschulden und diese Liquidität im US-Dollar zu parken. Mit dem letzten Zinsschritt der US-Notenbank hat sich dieser Spread weiter zu Gunsten des US-Dollars ausgeweitet.


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Fazit

Die für mich maßgeblichen Faktoren sprechen weiterhin eher für eine weitere Abschwächung des Euros gegenüber dem US-Dollar. Die vielen Probleme, die Analysten in den USA beobachten, würden sie bei einem genaueren Hinsehen auch - oftmals ausgeprägter - in Europa finden. Viele Kommentatoren, die sich skeptisch gegenüber dem US-Dollar äußern, führen eher emotionale Argumente ins Feld als dies rational und statistisch nachweisbar zu untermauern. Ich halte das für gefährlich.



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