Erstaunlich!


06.05.2005 - von Thomas Grüner
Geht diese Entwicklung so weiter?

Der S&P 500 folgt in fast identischer Art und Weise dem Beispiel vom August 2004. Die Trendwende scheint erfolgt zu sein. Ein erneuter Test der Tiefs von Ende April muss jedoch einkalkuliert werden. Die Stimmung hat sich trotz des dynamischen Anstieges nur unwesentlich verbessert. Es wird verbreitet nach Shorteinstiegen gesucht. Man vernimmt kaum Kommentare, die dem Markt einen weiteren Anstieg zutrauen. Die Skepsis ist weiterhin sehr hoch. "Sell in may and go away" ist oft zu lesen in diesen Tagen.

Am 30. April schrieb ich zu diesem Thema: "Das gleiche Spiel?" Die Schlagzeilen sind fast durchweg negativ. Fast alle Sentimentindikatoren haben den tiefsten Stand seit Jahrzehnten erreicht. Findet in diesem Umfeld ein weiterer Kursverfall statt? Die Chancen für eine Trendwende steigen täglich, weil immer weniger Anleger damit rechnen... Die Stimmung unter den Anlegern ist genau so schlecht wie im August 2004 und es gibt viele Kommentare, die - wie in 2004 - einen fortgesetzten Kursrutsch prognostizieren.

Zu den wichtigsten Themen meines Jahresausblicks habe ich auf der Invest 2005 in Stuttgart einige Aussagen gemacht. Sie können sich die verschiedenen Videos von der Podiumsdiskussion mit Dr. Jünemann von "Börse online" hier ansehen: hier Videos ansehen. (einfach anklicken)


Der Vergleich passt noch immer...

Der amerikanische Leitindex S&P 500 verhält sich weiterhin sehr ähnlich zum Tief im August 2004. Die erste Anstiegswelle ist bereits beendet. Die zeitliche und preisliche Ähnlichkeit ist verblüffend genau. Nach einem Anstieg von fast 4% innerhalb weniger Tage ist nun eine Verschnaufpause erforderlich. Die 200-Tage-Linie wurde vom S&P 500 bereits wieder deutlich überschritten. Die Situation ist kurzfristig überkauft. Ob der gestrige Rückgang - im Umfeld der Abstufung von General Motors und Ford - schon ausreicht, um die Kursgewinne zu verdauen, wird der weitere Verlauf zeigen.


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Fazit

Die Stimmung unter den Investoren ist weiterhin sehr schlecht. Die "Mauer der Angst" oder die "wall of worry", wie die Amerikaner diese nennen, ist weiter hoch genug. Aktienmärkte klettern an dieser Mauer gewöhnlich empor. Es gibt nur wenige Ausnahmen von dieser Regel.



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