Die Rutschbahn wird steiler!


01.06.2005 - von Thomas Grüner
Der Crash setzt sich fort...

Das Referendum in Frankreich wird als Begründung für den schwachen Euro angeführt. Die eigentlichen Gründe bleiben jedoch - zumindest noch - verborgen. Für mich fast schon zu offensichtlich...

Lesen Sie zum Thema auch diesen Beitrag: "Ein schwarzer Tag für Europa?" vom 11.05.2005 / 22:45Uhr. Damals schrieb ich: Es ist modern, den Dollar schwächer zu sehen und die Probleme dieser Welt nahezu ausschließlich in den USA zu suchen. Der unbequeme Griff an "unsere" eigene Nase bleibt meist aus. Die europäische Binnenwirtschaft ist weiterhin schwach. Die Wachstumsschwäche konzentriert sich hauptsächlich in Frankreich und Deutschland. Einer der besten Indikatoren für eine weitere Abschwächung der Wirtschaft - die langfristigen Zinssätze - sind auf neue Rekordtiefs gefallen. Der "Zinsvorteil" der USA weitet sich in allen Laufzeiten aus. Während die amerikanische Notenbank die Leitzinsen weiter angehoben hat, hält die EZB die kurzfristigen Zinssätze niedrig.

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Amerikanische Rezepte

Die Strategie einer expansiven Geldpolitik mit sehr tiefen Leitzinsen und einer hohen Neuverschuldung, wird von uns Europäern gerne kritisiert, hat jedoch die amerikanische Wirtschaft wieder in Fahrt gebracht. Doch seien wir ehrlich. Kritisieren ist immer recht einfach. Haben wir eine Alternative? Ich denke kaum.

Auch die europäische Wirtschaftspolitik wird - meiner Meinung nach - in den nächsten Jahren die "amerikanischen Rezepte" befolgen. Tiefe Zinsen, eine höhere Neuverschuldung und eine eher schwächere Währung.


Ironie der Geschichte

Verbunden mit den Währungsdiskussionen wurde immer wieder die globale, unsichere politische Situation. Der Irak-Krieg sollte den US-Dollar belasten und mit ihm auch seine politischen Befürworter. Der Kurs von Bundeskanzler Schröder und Frankreichs Präsident Chirac wurde von vielen Kommentatoren als eher förderlich für den Euro bewertet. Was sehen wir heute?

Während US-Präsident George W. Bush und sein britischer Kollege Toni Blair eindrucksvoll in ihren Ämtern bestätigt worden sind, fliegen Schröder und Chirac ihre Regierungen regelrecht um die Ohren. Die Finanzmärkte scheinen dies - in Form des nachgebenden Euros - längst antizipiert zu haben.


Technische Situation - Tageschart

Der Abwärtstrend hat sich beschleunigt und es kann eine Hauptantriebswelle abgezählt werden. Der Euro ist kurzfristig klar überverkauft. Mehr als eine Korrektur sollten Sie aber nicht erwarten. Der letzte Kursrutsch hat einiges an "technischem Porzellan" zerschlagen. Das bestätigte Doppeltopp deutet auf ein erstes, theoretisches Kursziel von ca. 1,18 USD hin.


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Euro - USD - Monatschart

Der MACD hat seine negative Divergenz bestätigt und ein Verkaufssignal generiert. Die Aufwärtsbewegung der letzten Jahre scheint beendet. Die technische Minimalkorrektur liegt bei ca. 1,16 Euro. Diese sollte in den nächsten Monaten erreicht werden. Wird auch dieser Bereich unterschritten, sind sogar deutlich tiefere Kurse wahrscheinlich.


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Fazit

Die europäische Wirtschaft benötigt ein "billiges" Konjunkturprogramm. Eine schwache Währung - namentlich ein stärkerer US-Dollar - wäre hilfreich. Der Trend geht für mich eindeutig in diese Richtung. Der Euro wird kurzfristig sicher eine Korrektur beginnen. Aber: Der mittelfristige Trend zeigt weiterhin abwärts.

Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne per eMail an thomas.gruener@gruener-vm.de.



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