Die Angst ist immer noch da!


09.05.2005 - von Thomas Grüner
Das gleiche Muster seit zwei Jahren...

Die Gewinnerwartungen sind weltweit recht moderat und sollten auch in diesem Jahr übertroffen werden. First Call schätzt die erwarteten Gewinnsteigerungen für den S&P 500 auf geringe 6%. Dies schrieb ich in unserer Jahresprognose. Wie sind die Zahlen für das erste Quartal mehrheitlich ausgefallen?

Zu den wichtigsten Themen meines Jahresausblicks habe ich auf der Invest 2005 in Stuttgart einige Aussagen gemacht. Sie können sich die verschiedenen Videos von der Podiumsdiskussion mit Dr. Jünemann von "Börse online" hier ansehen: hier Videos ansehen. (einfach anklicken)

In den USA legten die Unternehmensgewinne im ersten Quartal mit rund zwölf Prozent immerhin ca. vier Prozentpunkte stärker zu als erwartet. Die Erwartungen wurden auf breiter Front übertroffen. In Europa liegen die bisherigen Ergebnisse nur leicht über den - höher gesteckteren - Erwartungen. Es zeichnet sich ein Plus von etwas über 15% ab. Die Medien widmen hierbei den wenigen negativen Überraschungen wesentlich mehr Aufmerksamkeit, als den zahlreichen positiver als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen. Das Spiel mit der Angst funktioniert noch immer. Im Sinne eines Kontraindikators ist dies bullish zu werten. Kursaufschwünge enden nicht in einem solchen Umfeld.

Ein erstaunliches Muster

In den letzten Jahren markierte die Gewinnsaison in jedem Quartal ein markantes Zwischentief. Die Angst vor negativen Überraschungen sitzt noch immer tief. Obwohl die Unternehmen die Prognosen seit über 24 Monaten regelmäßig übertreffen, wird immer noch - im Vorfeld der Quartalszahlen - von der Gewinnwarnungssaison gesprochen. Die Skepsis sitzt - trotz Gewinnen auf absolutem Rekordniveau - weiterhin tief.


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Fazit

Die wenigen negativen Nachrichten beherrschen die Schlagzeilen der Medien. Die vielen positiven Überraschungen gehen in diesem ängstlichen Umfeld eher unter. Die Gewinne fast aller großen Unternehmen erreichen auch in 2005 ein neues Rekordniveau. Die Börse hat dies bisher nur unwesentlich honoriert. Die Bewertungen werden dadurch täglich günstiger. Die Gewinne steigen, die Kurse kommen kaum vom Fleck. Die Spannkraft nimmt zu.



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