DAX - Weihnachtsträume


27.12.2006 - von Thomas Grüner
Die Weihnachtsrallye ist ausgefallen - wie geht es weiter?

Die Kurse sind gegen Ende der abgelaufenen Woche noch einmal kräftig unter Druck geraten. Gegen Handelsende hat sich die Abwärtsbewegung beschleunigt. Die Gewinne der letzten Wochen wurden schnell wieder abgegeben. Meine vorsichtige Haltung hat sich bewährt. Wir haben in der Vermögensverwaltung unsere spekulativen Positionen nahe an den Hochpunkten verkauft und die Gewinne mitgenommen.

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DAX - Stundenchart

Am 12. Dezember 2006 schrieb ich: Die Entwicklung hat sich schön an unser Primärszenario gehalten. Die Nackenlinie der W-Formation wurde durchbrochen, ein geradezu "lehrbuchhafter" Pullback auf die Nackenlinie ist anschließend erfolgt und der Index konnte sich dynamisch nach oben absetzen. Das noch offene Gap vom 08. Dezember bei 6.427 Punkten mahnt jedoch kurzfristig zur Vorsicht.

Die Kurslücke vom 08. Dezember wurde immer noch nicht geschlossen. Der DAX hat sich am Freitag nachbörslich dieser Marke bereits bis auf ca. 60 Punkte angenähert. Technisch steckt der DAX damit in einer Zwickmühle. Eine abc-Korrektur kann bereits abgezählt werden und der Kursrutsch vom Freitag hat die Stimmung merklich abkühlen lassen. Die Überhitzungstendenzen wurden im kurzfristigen Zeitfenster vollständig abgebaut. Der Bereich zwischen 6.425 (Gap Close) und 6.485 (die Hochpunkte von Mitte November) Punkten sollte Unterstützung bieten. Per Saldo hat sich der DAX in den letzten sechs Wochen - wie von uns mehrfach prognostiziert - nur noch seitwärts bewegt. Die "gefühlte" Weihnachtsrallye, die in den Medien oft thematisiert wurde, ist kaum auszumachen.


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DAX in US-Dollar

Am 17. Oktober 2006 schrieb ich: Der DAX hat - in US-Dollar gerechnet - längst ein neues Allzeithoch erreicht. Dies wird in den Medien nicht erwähnt. Man verweist fast immer auf den angeblichen Rückstand zum Dow Jones. Im folgenden Chart des deutschen Aktienindex in US-Dollar gerechnet erkennen Sie viele interessante Aspekte. Die abc-Korrektur im Sommer verlief idealtypisch. Das Tief im Juli bestätigte lediglich den Aufwärtstrend. Viele Anleger haben an dieser Marke ihre Aktienbestände verkauft oder abgesichert, da sie den angeblichen Trendbrüchen aufgesessen sind. Das war der "Big Point" in 2006. Der Blick auf diesen Chart hätte vielen Anlegern und Investmentbanken, aber auch technischen Analysten diesen Fehler erspart.

Heute erkennen wir, dass der DAX an seiner oberen Kanalbegrenzung angekommen ist. Eine kurzfristige Überhitzung hat sich gebildet. An dieser Stelle vorsichtig zu sein, sollte nicht schaden!


Was ist passiert? Der DAX hat - während viele Analysten von einer fortgesetzten Weihnachtsrallye ausgingen - korrigiert. Am Freitag verlor der Index fast 100 Punkte seit seinem Hoch. Das sollte Sie nicht überrascht haben. Die Oberkante des Aufwärtstrends in US-Dollar hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Der DAX ist typischerweise abgeprallt und viele Anleger sind auf dem falschen Fuß erwischt worden.


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Fazit

Der DAX hat sich nicht in weihnachtsfreundlicher Verfassung präsentiert. Dies hat uns nicht überrascht. Sie erinnern sich an meine alte Regel: Einem Ereignis, dem zu viele Investoren eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit zubilligen, sollte man nicht vertrauen.

Die nächsten Tage sollten typisches "Window Dressing" mit sich bringen. Verlustbringer werden aus steuerlichen Gesichtspunkten verkauft und gut gelaufene Werte eher zugekauft, um die Jahresabschlüsse positiver zu gestalten. Dies wird auch in diesem Jahr der Fall sein.


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