Bringt Obama die Wende?


07.11.2008 - von Thomas Grüner
Die USA hat gewählt - was bedeutet das für die Aktienmärkte?

Der Demokrat Barack Obama ist der 44. Präsident der USA. Nach dem teuersten und längsten Wahlkampf der Geschichte setzte sich der Senator aus Illinois recht deutlich gegen den Republikaner John McCain durch. Selten hat ein neuer Präsident die Massen so begeistert wie Barack Obama. Was bedeutet das nun für die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten?


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Im Hinblick auf die Präsidentschaften in den USA gibt es viele Vorurteile und Mythen, die sich hartnäckig halten, obwohl sie schlicht falsch sind:

Es wird beispielsweise gerne behauptet, dass Republikaner wirtschaftsfreundlicher und damit besser für die Börsen sind. Das stimmt aber nicht. Seit 1925 hat der S&P 500 während einer republikanischen Präsidentschaft um durchschnittlich 6,5% zulegen können. In Zeiten eines demokratischen Präsidenten stieg der S&P 500 im Schnitt sogar um 13,6%.

Das erste Jahr - das wäre 2009 - einer Präsidentschaft ist in den USA eher ein unterdurchschnittliches Aktienjahr. Es gibt davon jedoch eine Ausnahme. Beim Wechsel eines republikanischen Präsidenten (George W. Bush) zu einem demokratischen Amtsinhaber (Barack Obama) ist das Wahljahr selbst (2008) eher unterdurchschnittlich, das erste Jahr der Amtszeit dafür mit durchschnittlich 20,7% aber extrem stark!

Eine schöne Parallele zur heutigen Situation: Während der großen Depression 1932 wechselte die Präsidentschaft vom Republikaner Hoover zum Demokraten F.D. Roosevelt. Hoover wird noch heute als einer der schwächsten Präsidenten der USA bezeichnet, ähnlich schlecht wird wohl in der Geschichte auch George W. Bush bedacht werden. Damals und heute befanden sich die Börsen in heftigen Turbulenzen. Eine schöne Nachricht für das nächste Jahr: Das erste Jahr der Präsidentschaft (1933) von F.D. Roosevelt brachte - inmitten der großen Depression - einen Kursanstieg von satten 52,9% im S&P 500 mit sich.

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Fazit

Die nahezu weltweite Begeisterung für Barack Obama wird ihm helfen ein starker Präsident zu werden. Der große Rückhalt in der Bevölkerung wird es ihm ermöglichen, unbequeme und harte Maßnahmen zu ergreifen, um sein vordringlichstes Thema anzugehen: Die Überwindung der Finanzkrise. Und hier schließt sich der Kreis: Auch in Deutschland sorgte ein Sozialdemokrat für die größten Einschnitte und Reformen im Sozialsystem. Können Sie sich noch erinnern? Gerhard Schröder hieß der Mann.


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