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Bären aufgepasst! | |
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Müssen die Aktienmärkte zwangsläufig einbrechen? Ist der Optimismus wirklich schon zu groß? Der 07. März 2000 war ein historischer Tag. Die fulminante Hausse der 90iger Jahre endete genau an diesem Tag. Der deutsche Aktienindex DAX erreichte mit 8136 Punkten sein bisheriges Allzeithoch, der Euro-Stoxx-50 bei 5522 Punkten. Die US-Indizes erreichten ihre Allzeithochs erst einige Tage später, beide am 24. März 2000: Der S&P 500 mit 1553 Punkten und der Nasdaq 100 bei 4816 Punkten. Zum 5-jährigen Jubiläum des 07. März passend, erreichten DAX (4435,31 Punkte) und Euro-Stoxx-50 (3317,77 Punkte) neue Mehrjahreshochs genau an diesem besonderen Tag. Der S&P 500 schaffte ebenfalls mit 1229,06 ein neues Mehrjahreshoch. Der Nasdaq 100 schwächelt noch, seinen letzten Hochpunkt erreichte der Technologieindex am 15. Dezember 2004 bei 1635,70 Punkten. Euphorie und zu viel Optimismus? Viele Kommentare der heutigen Wirtschaftspresse beschäftigen sich anlässlich dieses Jubiläums mit der Frage, ob denn das Ende der Aufwärtsbewegung erreicht sei. Die Bewertungen seien schon wieder sehr ambitioniert, oft zu ambitioniert. Die neuen Höchststände lösen Euphorie aus, schreibt beispielsweise heute das Handelsblatt. Es tut mir leid, aber ich halte dies für groben Unfug! Wo ist denn die Euphorie zu sehen? Haben Sie schon einmal mit Ihrem Anlageberater Ihrer Bank oder Ihrem Vermögensverwalter gesprochen? Wo ist denn das große Interesse an den Aktienmärkten? Wo sind denn die vielen Optimisten? Kennen Sie persönlich welche? Viele Überraschungen erwarten Sie in 2005! Droht ein neuer Bärenmarkt? Meine Antworten werden Sie erstaunen. Unsere ausführliche Jahresprognose zu den Aktien-, Devisen- und Rentenmärkten können Sie sich hier kostenlos anfordern. (einfach anklicken). Bullenmarkt findet großteils ohne die Privatanleger statt Das Gegenteil von zu viel Optimismus entspricht doch viel eher der Realität. Die überwiegende Zahl der Privatanleger ist weiterhin regelrecht traumatisiert durch die erlittenen Verluste der Jahre 2000 bis 2003. Fast alle befinden sich weiterhin in den Schützengräben - zusammen mit ihrer Angst - und schieben gewaltige Summen an Festgeldern, Tagesgeldkonten und Geldmarktfonds vor sich her. Die Statistiken der Bundesbank weisen monatlich neue Rekordstände für kurzfristig geparkte Guthaben aus. Sieht so Euphorie aus? KGV's zu hoch? Immer wieder wird in diesen Tagen auf das angeblich zu hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis in den US-Indizes verwiesen. Vergessen wird hierbei gerne, dass dieses im Tief 2003 höher war, als es heute ist. Die Gewinne sind in den beiden letzten Jahren nämlich noch schneller gestiegen als die Kurse. Ein einfacher Blick auf die Kurs-Gewinn-Verhältnisse sagt überdies isoliert betrachtet sehr wenig aus. Nur ein Vergleich mit den Alternativen - den Anleihen - macht im Sinne eines Indikators Sinn. Im Handelsblatt ist heute zu lesen, dass ein Anleger "bei einem KGV von 17,8 im Dow Jones Index (gemessen an den Gewinnen 2004) 18 Jahre warten muss, bis er seinen Einsatz zurückverdient hat." Das ist durchaus richtig. Der Käufer einer Anleihe muss jedoch - bei einer Verzinsung im 10-Jahresbereich von 4,3% in den USA und 3,67% in Deutschland - wesentlich länger warten und hat überdies einen Steuernachteil. Aktien sind historisch günstig! In meiner umfangreichen Jahresprognose für 2005, die Sie sich hier kostenlos anfordern (einfach anklicken) können, habe ich dieses Phänomen im Detail erklärt. Die so genannte ?earnings yield? oder auch die ?Gewinnrendite? der Unternehmen erhalten Sie, in dem Sie die Zahl 100 durch das KGV des betreffenden Index dividieren. Ein KGV im DAX von aktuell ? je nach Schätzung ? von ca. 12, bedeutet also eine ?Gewinnrendite? oder ?earnings yield? von (100:12) 8,33%. Einer der besten Indikatoren um zu überprüfen, ob die Aktienmärkte gegenüber den Renten- oder Anleihenmärkten unter- oder überbewertet sind, ist es, die Renditen miteinander zu vergleichen. Auch die Deutsche Bundesbank und die amerikanische Notenbank ?Fed? benutzen diese Methode. In Deutschland hat diese relative Unterbewertung der Aktienmärkte ein historisches Ausmaß erreicht. Während ironischerweise viele Anleger davon sprechen, dass Aktien ?zu teuer? sein, ist offensichtlich das Gegenteil der Fall. Den Steuervorteil von Aktien bzw. Dividendenerträgen haben wir in diesem Vergleich sogar noch nicht einmal beachtet. Die Nachsteuerdifferenz würde noch größer werden. Aktien sind nach diesem Vergleich heute extremer unterbewertet, als sie im Jahr 2000 überbewertet waren. Die Differenz betrug 2000 zu Lasten der Aktienmärkte 3,56%, heute beträgt diese zu Gunsten der Aktien extreme 4,90%. zum Vergrößern anklicken In den USA ist dieses Verhältnis nicht so krass wie in Europa. Jedoch liegt auch in den USA die ?earnings yield? der Unternehmen deutlich über den Zinssätzen der 10-jährigen US-Anleihen. Dieser Zustand ist nahezu weltweit anzutreffen, ein historisch seltener und aus unserer Sicht sehr positiver Ausnahmezustand. Fazit Nach über zwei Jahren globalem Bullenmarkt gilt es immer noch als intellektuell, skeptisch und eher bearish zu sein. Eine kuriose Situation. Für positive Kommentare und optimistische Prognosen werde ich immer noch attackiert. Bullenmärkte enden nicht in einem solchen Umfeld. Die angebliche Euphorie - von der so viele schreiben - muss erst noch entstehen! Fragen zum Beitrag beantworte ich gerne persönlich per eMail an thomas.gruener@gruener-vm.de. weitere Artikel: 16.05.2012 - Laufende Erträge - aber wie? 09.05.2012 - Banker, Politiker und andere Verbrecher 02.05.2012 - Frankreich am Scheideweg 25.04.2012 - Der Preis der Angst 18.04.2012 - Die Propheten der Vergangenheit 03.04.2012 - Die drei Trends des Jahres 2012 28.03.2012 - Von Öl- und Rezessionsängsten 21.03.2012 - Der Euro in der Krise? 15.03.2012 - Charttechnik - beruhigen Sie bunte Bilder? 29.02.2012 - Global statt regional | |