Ausnahmezustand!


08.02.2008 - von Thomas Grüner
Beginnt in diesem Umfeld ein neuer Bärenmarkt?

Der DAX springt weiter wild hin und her. Die Nervosität bleibt hoch. In extrem volatilen Zeiten sollten Sie immer einen Blick auf die wichtigsten Faktoren werfen und vor allem analysieren, wie diese sich im historischen Vergleich darstellen. Ich habe Ihnen heute unseren wichtigsten Indikator aktualisiert.

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Bewertungen historisch außerordentlich günstig

In diesen Tagen werden wieder verstärkt Befürchtungen laut, dass wir uns bereits in einem Bärenmarkt befinden. Der Vergleich mit dem Jahr 2000 wird gerne gezogen. Macht das Sinn? Ein klares Nein!

Schauen wir uns die nüchternen Zahlen an. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse haben im DAX mittlerweile Werte von knapp unter 10 erreicht. Die "Gewinnrendite" (oder auch das inverse KGV) beträgt daher rund 10%. Verglichen mit 10-jährigen Bundesanleihen, die aktuell eine Rendite von knapp 4% abwerfen und damit ein KGV von 25 (100:4) aufweisen, ist das historisch außerordentlich günstig. Der Spread beträgt volle sechs Prozentpunkte - mehr als zu jedem anderen Zeitraum im laufenden Bullenmarkt.

Achten Sie auf die Daten im Jahr 2000! Während 10-jährige Anleihen damals ca. 6,5% abwerfen, lag die "Gewinnrendite" im DAX bei einem KGV von rund 34 - und damit unter 3%! Das KGV am Rentenmarkt lag Anfang 2000 nur halb so hoch als das KGV am Aktienmarkt. Um dieses Verhältnis der Überbewertung von Aktien- gegen Rentenmarkt erneut herzustellen, müsste sich der DAX in etwa verfünffachen. Eine Überbewertung sieht sicher völlig anders aus.

Während Anfang 2000 Aktien - trotz der deutlichen Überbewertung - klar bevorzugt worden sind, muss ich Ihnen die aktuelle Situation nicht näher erklären. Die Angst geht um vor einem neuen Bärenmarkt und Anleihen werden bevorzugt. Wir halten das definitiv nicht für ratsam. Aktien sind global extrem günstig. In vielen großen Volkswirtschaften findet man diesen großen Spread zwischen Anleihen und Aktien. Aktien bleiben damit eindeutig die zu bevorzugende Anlageklasse. Auch wenn sich das in der laufenden, heftigen Korrektur emotional schrecklich anfühlt.


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Fazit

Die Bewertungen der globalen Aktienmärkte sind im Vergleich zu den Renten- bzw. Anleihemärkten außerordentlich günstig und befinden sich teilweise auf historischen Extremniveaus. In diesem Umfeld ist ein gestarteter Bärenmarkt sehr unwahrscheinlich. Der Vergleich mit dem Jahr 2000 hinkt nicht nur gewaltig - wir halten diesen schlicht für Unfug. Wir gehen für den weiteren Jahresverlauf - und auch noch etwas darüber hinaus - eher vom Gegenteil aus. Auch wenn die kommenden Tage und Wochen noch hektisch und nervenaufreibend bleiben sollten, werden die kommenden Monate eher deutlich positiv überraschen.


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