Alle sofort raus?


30.06.2009 - von Thomas Grüner
Das Ende ist nah.

Fast immer genau dann, wenn die Mehrheit der Marktteilnehmer ein Szenario mit einer überwältigenden Mehrheit antizipiert, dann können Sie davon ausgehen, dass die Märkte dies zu einem großen Teil bereits eingepreist haben. Ich habe Ihnen ein schönes Beispiel mitgebracht.

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England am Ende

Das britische Finanzministerium wurde in den vergangenen Monaten zu einem der größten europäischen Investoren. Jedoch nicht so ganz freiwillig. Um das britische Bankensystem vor dem Kollaps zu bewahren, beteiligte sich der englische Staat mit diversen Kapitalspritzen u.a. an der Royal Bank of Scotland, HBOS und Lloyds. Rund 70% des M&A-Transaktionsvolumens im europäischen Bankensektor entfiel im letzten Jahr auf den Staat. Diese Konsolidierung des Bankensektors auf nationaler Ebene betraf vor allem auch Großbritannien.

Inmitten dieser turbulenten Phase taumelte das britische Pfund und erreichte bis zum Jahresende fast die Parität zum Euro. Ein historisches Tief wurde dabei erreicht. Die britischen Defizite und Staatsverschuldung sollten explodieren. Doch genau als die Meldungen über die schwache britische Wirtschaft und die sich im Jahresverlauf angeblich verschärfende Situation in den Medien die Runde machte, drehte das britische Pfund seinen Abwärtstrend um.


Euro vs. GBP Tageschart

Im Chart ist der Absturz - analog dazu der Anstieg des Euro - schön zu erkennen. Als beim Erreichen der Parität die negativen Prognosen zum Pfund einen Höhepunkt erreichten, drehte der Kurs. Im Jahresverlauf konnte das britische Pfund bisher um rund 15% zulegen. Britische Staatsanleihen und Aktien gehörten damit für europäische "Euro-Investoren" zu den bisher eher besseren Investments in 2009. Und das hatte fast niemand auf der Rechnung.


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Fazit

Das britische Pfund sollte streng gemieden werden. So lautete der Marktkonsens zum Jahresende 2008. Es verging kaum ein Tag, an dem nicht eine drohende Zahlungsunfähigkeit und diverse Abstufungen durch die Ratingagenturen befürchtet wurden. Das Ergebnis: Das Pfund konnte im ersten Halbjahr 2009 gegenüber dem Euro um rund 15% zulegen.


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